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Global denken - lokal handeln!

Die Agenda 21 wurde bereits 1992 in Rio de Janeiro auf der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung festgelegt und beschlossen. Dort haben Vertreter der UN-Staaten Ziele und Maßnahmen verabschiedet, die unsere Welt nachhaltiger machen sollen. Die UN-Mitgliedsländer der Agenda 21 müssen aber selbst Wege finden, um die gesteckten Ziele umzusetzen. Dafür benötigen sie die Hilfe von den Gemeinden und Städten in ihren Ländern. So sind viele kleine lokale Agenden 21 entstanden, die dem Motto „Global denken – lokal handeln“ zu folgen versuchen.

Ziele der Agenda 21

Laut utopia.de lassen sich die Ziele der Agenda 21 gliedern in:

  • soziale Ziele

  • ökologische Ziele

  • wirtschaftliche Ziele

Auffällig ist, dass diese drei Agenda 21-Ziele auch im Drei-Säulen-Prinzip der nachhaltigen Entwicklung auftauchen.

 

 

Im Vorrangmodell der Nachhaltigkeit (laut Wikipedia) kann die ökologische, ökonomische und soziale Leistungsfähigkeit einer Gesellschaft nur sichergestellt und verbessert werden, wenn die Ökonomie nachhaltig soziale Bedürfnisse der Gesellschaft berücksichtigt und beide die ökologischen Rahmenbedingungen nicht verletzen.

Oft wird die ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit als einander gleichrangig angesehen. Wie die Abbildung aber deutlich zeigt, müsse das Ziel der ökologischen Nachhaltigkeit Vorrang genießen. Der Schutz der natürlichen Lebensbedingungen bildet die Grundvoraussetzung auch für ökonomische und soziale Stabilität.

Mit praktischen Konsequenzen aus den Nachhaltigkeitsmodellen hat sich der "Rat für nachhaltige Entwicklung" auseinander gesetzt. Drei der Themenfelder sind gut in Eckental anwendbar.

Nachhaltige Entwicklung in Stadt und Land

Ohne lokale Impulse und Innovationen lassen sich die globalen Herausforderungen nicht lösen. Wie komplex die Herausforderungen sind, zeigt der Gebäudesektor: Unsere Gebäude verbrauchen zwar immer weniger Energie, gleichzeitig werden die Wohnungen größer und damit auch die Heizflächen. Die Bevölkerung wächst kaum, trotzdem werden jährlich hunderttausende Wohnungen neu gebaut, überwiegend mit erheblichen Mengen mineralischer Rohstoffe.

Neue Straßen und Siedlungen entstehen zu oft auf unbebauten, natürlichen Flächen, selbst in schrumpfenden Städten und Gemeinden. Ökologisch wertvolle und landwirtschaftlich produktive Flächen gehen dadurch verloren, die Infrastruktur wird teurer und die Wege weiter. Ob Arbeit, Einkauf oder Urlaub – ohne ein entschiedenes Gegensteuern werden Autos trotz vieler Alternativen auch zukünftig weiter die zentrale Rolle für die Mobilität der Gesellschaft spielen (müssen).

Klimawandel und Energiewende

Das Klimaschutzabkommen von Paris nimmt sich vor, die globale Erderwärmung auf „deutlich unter zwei Grad“ zu begrenzen. Zudem sollen Anstrengungen unternommen werden, 1,5 Grad zu schaffen, um die negativen Folgen des Klimawandels einzuschränken. Das setzt eine Reduktion von Treibhausgasemissionen voraus, die alles Bisherige in den Schatten stellt. Deutschland will deshalb bis 2050 klimaneutral werden, die EU strebt das ebenfalls an.
Zu den großen Herausforderungen gehören eine suffiziente Nutzung von Strom, der Netzausbau, die Speicherung von Strom, der Vollzug des Kohleausstiegs, die Mobilitäts- und Agrarwende sowie der Umbau der Industrieproduktion und die Kopplung der Sektoren Wärme, Mobilität und Stromversorgung.
Der RNE sieht Nachhaltigkeit in einem größeren Kontext – die Energiewende ist ein Aspekt einer generellen Transformation.

Landwirtschaft, Flächennutzung und Bodenschutz

Boden ist eine wichtige Lebensgrundlage und eine nur bedingt erneuerbare Ressource. Er erfüllt vielfältige, für das Leben notwendige Funktionen. Für die Landwirtschaft ist die Fruchtbarkeit des Bodens ein entscheidender Faktor. Doch Boden und Landwirtschaft bedingen sich nicht nur gegenseitig. Böden sind auch für den Schutz von Wasser, Luft, Klima und Artenvielfalt besonders wichtig.

Mehr als 10 Millionen Hektar fruchtbares Land gehen jedoch jedes Jahr weltweit für andere Nutzungszwecke verloren. Der Verlust an fruchtbarem und ökologisch vielfältigem Land ist weltweit gewaltig. Gründe sind beispielsweise Wüstenbildung durch den Klimawandel, Erosion durch Wetterextreme, Degradation durch industrielle Verunreinigungen oder schlichtes Zubetonieren durch Straßen oder Siedlungen.

Während der letzten 60 Jahre hat sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland mehr als verdoppelt, meist zulasten fruchtbarer Böden und der Landwirtschaft. Dieser Verlust an nutzbarem Land ist eine der größten Hypotheken auf die Zukunft.

Das ursprüngliche Ziel der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, nämlich bis zum Jahr 2020 den täglichen Flächenverbrauch auf höchstens 30 Hektar zu begrenzen, konnte nicht erreicht werden. Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie von 2016 steuert daher nach und sagt: Die Inanspruchnahme zusätzlicher Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke soll bis zum Jahr 2030 auf unter 30 Hektar pro Tag begrenzt werden. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem Netto-Null-Flächenverbrauch bis zum Jahr 2050 und zu einer nachhaltigen Entwicklung im Ganzen.