Arbeitsgruppe Hitze
Seit August 2025 beschäftigt sich die Agenda 21 Eckental im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft mit dem Thema "Hitze". Ziel der AG-Hitze ist es, die Eckentaler Bevölkerung über Möglichkeiten zu informieren, wie man sich auf die zunehmende sommerliche Hitze und Trockenheit vorbereiten kann.
Mit folgenden Veranstaltungen wollen wir 2026 dieses Ziel erreichen
Referent Reinhard Scheuerlein, Landschaftsgärtner und Landschaftsarchitekt zeigte auf, wie Gärten an zunehmende Hitze und Trockenheit angepasst werden können.
Als Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Fürth-Stadt betreibt er einen eigenen großen Garten, in dem er vieles ausprobiert und Erfahrungen sammelt.

Scheuerlein stellte eine Vielzahl von Pflanzen vor, die mit geringem Wasserbedarf auskommen und zugleich insektenfreundlich sind. Er machte deutlich, wie wichtig es ist, den Lebensraum Garten im Einklang mit der Artenvielfalt zu gestalten. Zu den hitzeresistenten Pflanzen gehören mediterrane Klassiker wie Lavendel und Rosmarin, aber auch der Sonnenhut und etliche Stauden. Eine Wildblumenwiese ist wassersparender als Rasen
und zieht zudem Insekten und Schmetterlinge an. Die Mittagsblume zählt zu den Sukkulenten und speichert Wasser in ihren fleischigen Blättern. Pflanzen mit langen Wurzeln wie Tulpen und Federgräser können auch auf Wasser zurückgreifen, das tiefer in der Erde gespeichert ist. Auch Rosen können lange Wurzeln ausbilden, wobei Wildrosen zumeist insektenfreundlicher sind. Die Königskerze hat lange Blütezeiten und bietet Insekten deshalb noch bis in den Spätsommer Nahrung. Auch sie kommt dank ihrer behaarten Blätter mit Hitze gut zurecht. Nachtkerzen blühen nachts und ziehen Insekten an, die wiederum die nachtaktiven Fledermäuse nähren.
Oft kommen die Wildformen der Gartenpflanzen mit Hitze und Trockenheit besser zurecht als die gezüchteten. Auch Obstbaumsorten von Apfel, Aprikose, Birne, Mirabelle, Mispel, Pflaume, Quitte, Süß- und Sauerkirsche und Zwetschge sind für trockene und sonnige Standorte geeignet.
Wer selbst auf die Suche gehen möchte, wird auch auf den Seiten fündig:
BUND, NABU, Bundesumweltministerium
Fachwissen für den Alltag

Um die Bürgerinnen und Bürger in Eckental auf die heiße Jahreszeit vorzubereiten, lud die Agenda 21 Eckental am 25. Mai 2026 zum Infoabend „Hitze und Gesundheit – richtiges Verhalten in Notfallsituationen“ ein.
Die Sommer werden heißer, die Trockenperioden länger – was für viele nach Urlaub klingt, bedeutet für den Körper oft starke Belastung. Besonders ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen leiden unter zunehmender Hitze.
Die Referentin Frau Dr. Hueber vom Universitätsklinikum Erlangen sprach zuerst über die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze und stellte dann die Ergebnisse des Projekts AdaptNet vor, die nun auch Arztpraxen zur Verfügung gestellt werden. AdaptNet steht für „Adaptation und Vernetzung der haus- und fachärztlichen Versorgung im Hinblick auf die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels“. In diesem Rahmen wurde eine Toolbox entwickelt, die über das Gesundheitsnetz Nürnberg zu finden ist. Wer sich darüber hinaus informieren möchte, wird auf den Seiten des Bundesgesundheitsministeriums fündig.
Im praktischen Teil zeigte Herr Reinfelder, Sanitäter des Bayerischen Roten Kreuzes, abschließend wie im Notfall bei Hitzebelastung richtig gehandelt werden sollte.
Wie heiß wird es eigentlich in Eckental – und wo lässt es sich an heißen Sommertagen gut aushalten?
Diesen Fragen sind wir bei unserer Hitzerallye bei rund 28 Grad Luft-Temperatur nachgegangen.
An verschiedenen Stationen konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst messen, vergleichen und entdecken, wie stark sich unterschiedliche Oberflächen und Orte bei Hitze aufheizen.
Die Ergebnisse waren teilweise erstaunlich:
- Rathausplatz in der Sonne: 57,2 °C
- Rathausplatz unter einem Baum: 24,6 °C
- Radweg Richtung Eckenhaid im Schatten: 45,7 °C
- Radweg direkt an der Teerstraße: 51,7 °C
- Schwarzes Auto in der Sonne: 75 °C
- Weißes Auto in der Sonne: 44,8 °C
- Grillplatz unter Bäumen: 25,7 °C
- Am Grillplatz-Spielplatz im Sand: 60 °C

Temperaturmessung am Rathausplatz im Schatten und in der Sonne
Die Messungen haben eindrucksvoll gezeigt, welchen Unterschied Schatten, Bäume und begrünte Flächen an heißen Tagen machen können. Während sich dunkle Oberflächen und aufgeheizter Asphalt extrem erwärmen, bleiben beschattete Bereiche deutlich kühler
Mit der App „Healthy Climate“ selbst aktiv werden
Wer wissen möchte, wie sich Hitze in der eigenen Umgebung auswirkt, kann mit der App „Healthy Climate“ selbst auf Entdeckungstour gehen. Die App macht lokale Klimabelastungen sichtbar und zeigt, wo Handlungsbedarf besteht und wie wir unsere Umgebung klimaangepasster gestalten können.
Wir laden alle Eckentalerinnen und Eckentaler ein, die App auszuprobieren und die eigene Umgebung einmal mit anderen Augen zu betrachten: Wo ist es besonders heiß? Wo gibt es Schatten und Abkühlung? Und wo könnten Bäume, Begrünung oder andere Maßnahmen für mehr Aufenthaltsqualität sorgen?
Unsere Hitzerallye hat gezeigt: Klimaanpassung beginnt direkt vor unserer Haustür – und jeder kann mitmachen!
Agenda 21 Eckental
Wir bringen Menschen zusammen, um die Zukunft unserer Gemeinde zu gestalten.
Die App
Die Rallye befindet sich in der kostlosen App „Healthy CliMATE“.

"Healthy CliMATE" im Apple App Store

"Healthy CliMATE" im Google Play Store